Esoterismo

Karma

Das Karma ist das spirituelle Gesetz von Ursache und Wirkung gemäß den indischen Traditionen — Hinduismus, Buddhismus, Jainismus, Sikhismus. Jede bewusste Handlung erzeugt Konsequenzen, die die Seele des Handelnden betreffen, in diesem Leben oder in zukünftigen Inkarnationen. Es ist weder Belohnung noch Strafe: es ist energetische Rückkehr, proportional zum Ausgesendeten.

Ursprung und Etymologie

"Karma" stammt aus dem Sanskrit karman, was "Handlung" oder "Tat" bedeutet, abgeleitet von der Wurzel kṛ- ("tun"). Es erscheint zum ersten Mal in den Upanishaden (vedische Texte des ersten Jahrtausends v. Chr.) und entwickelt sich in den großen indischen Traditionen weiter. Das Konzept gelangt mit Siddhartha Gautama (5. Jahrhundert v. Chr.) in den Buddhismus und mit Mahavira in den Jainismus. Jede Tradition nuanciert es: der tibetische Buddhismus entfaltet es als ausgefeilte Theorie der Seelenwanderung; der Zen-Buddhismus reduziert seine Bedeutung gegenüber der unmittelbaren Erleuchtung.

Im westlichen New Age des 20. Jahrhunderts wurde das Karma als allgemeines Konzept popularisiert, manchmal vereinfacht als "was rausgeht, kommt zurück". Die reichere Version der ursprünglichen Tradition umfasst Nuancen: es gibt kollektives Karma (Familie, Nation, Epoche), reifes Karma (das sich bereits manifestiert), latentes Karma (das auf ein anderes Leben warten wird) und die Möglichkeit, Karma durch bewusste Handlungen und spirituelle Praktiken zu "reinigen".

Arten von Karma

Die traditionellen Schulen unterscheiden drei Arten: Sanchita-Karma (Gesamtsumme der Taten aller vergangenen Leben, gespeichert), Prarabdha-Karma (der Anteil von Sanchita, der sich in diesem konkreten Leben manifestiert — was bereits in Bewegung ist) und Agami / Kriyamana-Karma (das, was du mit deinen gegenwärtigen Taten erzeugst und was die Zukunft beeinflussen wird). Diese Taxonomie ist wichtig: sie zeigt, dass nicht alles, was du jetzt erlebst, geändert werden kann (das Prarabdha ist in Bewegung), aber das, was du mit jeder gegenwärtigen Handlung erzeugst, liegt in deinen Händen.

In der karmischen Numerologie werden bestimmte Zahlen (13, 14, 16, 19) als "karmische Schulden" der Seele interpretiert: spezifische Lektionen, die die Seele in vergangenen Leben nicht beendet hat und die das gegenwärtige Leben die Gelegenheit bietet, zu lösen. Jede Schuld hat ein konkretes Muster und einen entsprechenden Lerninhalt.

Karma und Alltag

Eine wichtige Idee: das Karma ist keine göttliche Strafe. Es gibt keinen moralischen Richter, der belohnt oder bestraft. Es ist ein unpersönliches Naturgesetz, wie die Schwerkraft: wenn du einen Stein nach oben wirfst, kommt er zu dir zurück. Die bewusste Praxis des Karmas ist: zu beobachten, welche Muster sich in deinem Leben wiederholen (Zeichen aktiven Karmas), bewusst zu reagieren statt mit automatischer Reaktion und Handlungen zu wählen, die Wellen des Friedens statt Schaden erzeugen. Meditation, Ehrlichkeit und Dienst gelten als die großen "Reiniger" des Karmas.

También conocido como

  • Karman (Sanskrit)
  • Gesetz von Ursache und Wirkung
  • Gesetz der Rückkehr
  • Kamma (Pali)

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