Astrología

Präzession der Tagundnachtgleichen

Die Präzession der Tagundnachtgleichen ist die langsame astronomische Bewegung der Erdrotationsachse, die eine allmähliche Verschiebung der Äquinoktialpunkte am Himmel hervorruft. Sie vollendet einen Zyklus etwa alle 26.000 Jahre. Sie ist die Ursache der Verschiebung zwischen dem tropischen Tierkreis und dem siderischen.

Astronomie und Entdeckung

Die Erdachse zeigt nicht immer auf denselben Punkt am Himmel: Sie zeichnet einen langsamen Kreis, wie ein Kreisel, der sich sehr langsam neigt. Diese Bewegung ist die Präzession. Ihre Folge: Der Frühlingspunkt (Ort am Himmel, an dem die Sonne zur Frühlings-Tagundnachtgleiche steht) bewegt sich rückwärts entlang des Tierkreises mit einer Rate von etwa 1 Grad alle 72 Jahre. In 26.000 Jahren vollendet er einen ganzen Zyklus (das "Platonische Jahr" der Alten).

Die Präzession wurde von Hipparchos von Nikäa im 2. Jahrhundert v. Chr. entdeckt, indem er alte Sternpositionen mit denen seiner Zeit verglich. Galilei, Kepler und Newton untersuchten sie astronomisch. Die physikalische Ursache: Die Anziehungskraft von Sonne und Mond auf die Äquatorwulst der Erde, kombiniert mit der Neigung der Erdachse, erzeugt dieses langsame "Wanken".

Astrologische Implikationen

Die Präzession ist der Grund, warum die tropischen Tierkreiszeichen nicht mit den realen physischen Sternbildern übereinstimmen. Vor 2.000 Jahren, als die Astrologie im Mittelmeerraum systematisiert wurde, stimmten beide Tierkreise ungefähr überein: Die Frühlings-Tagundnachtgleiche fiel zusammen mit dem Eintritt der Sonne in das reale Sternbild Widder. Heute fällt die Frühlings-Tagundnachtgleiche zusammen mit dem Eintritt der Sonne in das Sternbild Fische (wir sind im "Zeitalter der Fische", das zu Ende geht) – aber die tropische Astrologie nennt es weiterhin "Widder", weil sie den Punkt durch die Jahreszeit definiert.

Die "astrologischen Zeitalter" leiten sich aus der Präzession ab. Jedes Zeitalter dauert etwa 2.150 Jahre (1/12 des vollen Präzessionszyklus von 26.000 Jahren). Wir haben das Zeitalter der Fische erlebt (etwa die letzten 2.000 Jahre, symbolisch verbunden mit dem Christentum, den Fischern, dem messianischen Opfer). Wir befinden uns im Übergang zum Wassermann-Zeitalter: dem "New Age" der zeitgenössischen Esoterik, verbunden mit freier Spiritualität, Technologie, universeller Brüderlichkeit. Das genaue Anfangsdatum des Wassermann-Zeitalters variiert je nach Astrologen.

También conocido como

  • Platonisches Jahr
  • Achspräzession
  • Präzessionsbewegung

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