Empathie
Die Empathie ist die Fähigkeit, das zu fühlen, was eine andere Person fühlt, sie von innen heraus zu verstehen und nicht nur intellektuell. Im esoterischen Bereich gilt erhöhte Empathie als eine subtile Form der außersinnlichen Wahrnehmung: einige Individuen — sogenannte Empathen — nehmen fremde Emotionen wie ihre eigenen wahr.
Ursprung des Begriffs
Das Wort "Empathie" leitet sich vom griechischen empatheia ("innen fühlen") ab, gebildet aus en ("in") und pathos ("Gefühl, Leiden"). Es wurde im modernen Deutsch als Einfühlung ("hineinfühlen") vom Philosophen Robert Vischer 1873 geprägt, ursprünglich um die ästhetische Erfahrung zu beschreiben. Theodor Lipps entwickelte den Begriff in der Psychologie weiter, und von dort gelangte er ins Englische als empathy.
Im modernen psychologischen Bereich wird die Empathie als grundlegende menschliche Fähigkeit anerkannt, als Basis der sozialen Bindung. Die Neurowissenschaften haben die "Spiegelneuronen" als neuronales Substrat der Empathie entdeckt. Im esoterischen Bereich gilt die erhöhte Empathie als psychische Fähigkeit: bestimmte Individuen spüren die Emotionen ihrer Umgebung mit solcher Intensität, dass sie lernen müssen zu filtern und ihre eigenen Emotionen nicht mit fremden zu verwechseln.
Arten der Empathie
Kognitive Empathie: den geistigen Zustand des anderen intellektuell verstehen. Emotionale Empathie: gemeinsam mit dem anderen das fühlen, was er fühlt. Mitfühlende Empathie: emotionale Empathie + Impuls zu helfen. Psychische Empathie (im esoterischen Bereich): fremde Emotionen ohne direkte sinnliche Information wahrnehmen, sogar aus der Ferne. Letztere nähert sich der emotionalen Telepathie.
Hochsensible Personen (manchmal Empathen oder HSP — Highly Sensitive Persons in der Terminologie von Elaine Aron genannt) haben Vorteile und Nachteile: der Vorteil, andere tief zu verstehen, Atmosphären zu lesen, Situationen zu erahnen. Der Nachteil, in Menschenmengen überreizt zu werden, sich mit toxischen Personen zu erschöpfen, Fremdes mit Eigenem zu verwechseln. Sie brauchen bewusste emotionale Filter und regelmäßige Rückzugsräume.
Die Empathie pflegen
Wenn du sehr empathisch bist: lerne, deine Emotionen von denen zu unterscheiden, die du aufnimmst (ist das, was ich fühle, meines oder habe ich es aus der Umgebung aufgenommen?), setze emotionale Grenzen mit toxischen Personen, plane Zeiten regenerativer Einsamkeit, reduziere übermäßige Exposition gegenüber dramatischen Nachrichten, arbeite mit Zentrierungspraktiken (Meditation, Kontakt mit der Natur, Salzbäder). Empathie ist eine Gabe, wenn sie gehandhabt wird; eine Last, wenn nicht.
También conocido como
- Emotionale Sensibilität
- Aktives Mitgefühl
- Einfühlung