Mitología

Yemayá

Yemayá (Yoruba: Yemọja) ist eine der wichtigsten und meistgeliebten Orishas der Yoruba-Religion und ihrer afroamerikanischen synkretistischen Formen (Santería, Candomblé). Göttin des salzigen Meeres, der Mutterschaft, aller Orishas. Heilige Farbe: tiefes Blau. Katholischer Synkretismus: Jungfrau von Regla (in Kuba) / Jungfrau der Empfängnis (in Brasilien) / Mutter Gottes des Meeres.

Mythologie

In der Yoruba-Mythologie ist Yemọja die große mütterliche Orisha – Mutter praktisch aller anderen großen Orishas. Ursprünglich war sie in Westafrika eine Flussgöttin (speziell des Ogun-Flusses in Nigeria); nach der transatlantischen Überfahrt der Sklaven wurde der afrikanische Fluss auf den unermesslichen Atlantischen Ozean übertragen, der sie von ihrem Ursprungsland trennte – und Yemayá wurde zur Göttin des salzigen Meeres in der Neuen Welt. Die Verwandlung selbst ist tiefgreifend: Yemayá vereinte metaphorisch das unvorstellbare Leid der Millionen Afrikaner, die den Atlantik überquerten; sie ist die Mutter, die die Sorgen der zerstreuten afrikanischen Kinder hält.

Yemayá wird als mütterlich, aber nicht schwach beschrieben: Sie hat den sanften, schützenden, tragenden Aspekt, kann aber auch schrecklich sein, wenn ihre Kinder bedroht werden (das Meer ist mächtig in Ruhe UND im Sturm – Yemayá verkörpert beides). Ihre sanften Aspekte: tiefe mütterliche Liebe, ursprünglicher bedingungsloser Schutz, das durch nährende Wasser erhaltene Leben. Ihre Schattenaspekte: der Zorn der Frau, der Unrecht getan wurde (besonders Mütter, deren Kinder verletzt wurden), die wilde Verteidigung der Familie um jeden Preis, der unbezähmbare Sturm.

Symbolik und Verehrung

Symbole: tiefblaue Farbe (ihre rituellen Gewänder sind blau und weiß), Silber, sieben blaue Bänder (die ihre 7 traditionellen Caminos / Aspekte repräsentieren). Heilige Objekte: Kaurimuscheln, silberner Spiegel, silberner Fächer, silberne Armreifen in der Anzahl von 7, blaue Perlen. Heiliges Tier: Fische (besonders Yemayá-Fische – der goldene Regenbogenfisch), Enten, Pfauen (trotz dass sie Landvögel sind, wurde der Pfau wegen seiner leuchtend blauen Farbe mit Yemayá assoziiert). Heilige Pflanzen: Algen, Seegras, Brunnenkresse, Basilikum.

Festtage: 7. September in der kubanischen Tradition (Fest der Jungfrau von Regla), 2. Februar in der brasilianischen Tradition (besonderer Tag am Strand in Bahia, mit Millionen von Anhängern, die dem Meer Blumen und Geschenke darbringen – eine der größten religiösen Manifestationen Lateinamerikas). Samstage sind ihr bevorzugter wöchentlicher Verehrungstag.

Moderne Verehrung Yemayás: 1) Verbindung mit dem Meer – schon einfache Besuche am Meer werden zu Verehrungsakten, wenn sie Yemayá bewusst gewidmet werden. 2) Mütterlich-schützende Arbeit: schwangere Mütter, verzweifelte Mütter, Familien in Krisen rufen Yemayá häufig an. 3) Heilung weiblich-mütterlicher Wunden – Yemayá heilt besonders komplexe Frau-Mutter-Beziehungen. 4) Reinigung: Salzbäder (besonders mit Meersalz), Salzbäder mit weißen Blumen tragen alle ihre Energie. 5) Schutz von Seereisen. 6) Empfohlene Opfergaben: weiße und blaue Blumen (besonders weiße Rosen, Gladiolen, Wasserlilien), Wassermelone, süßer Reis mit Milch, Süßigkeiten aus frischer Kokosnuss, reines Wasser, Weißwein. Bringe sie zum Meer oder Fluss und biete sie förmlich an.

También conocido como

  • Yemọja
  • Iemanjá (Brasilien)
  • Jungfrau von Regla (kubanisch synkretistisch)

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