Handlesekunst
Die Handlesekunst (Palmistik) ist die Kunst, Persönlichkeit und Schicksalstendenzen durch die Beobachtung der Merkmale der Hände zu lesen: Form, Finger, Linien und Berge der Handfläche. Sie ist im Wesentlichen ein Synonym für Chiromantie, obwohl einige Autoren sie subtil unterscheiden.
Ursprung und Begriffe
Das Wort "Palmistik" leitet sich von palma (dem inneren Bereich der Hand) ab und wurde im modernen Englisch (palmistry) populär. Einige Autoren unterscheiden Chirognomie (Studium der allgemeinen Form der Hand und der Finger), Chirologie (wissenschaftliche Lesart) und Chiromantie (wahrsagerisches Lesen der Linien). In der Volkspraxis werden alle diese Begriffe synonym verwendet.
Die Technik hat ihre Wurzeln im alten Indien und verbreitete sich über Persien, die arabische Welt und Europa. Aristoteles soll der Tradition nach eine Abhandlung über Chirognomie verfasst haben. Im 19. Jahrhundert machte Graf Louis Hamon (Cheiro) die Handlesekunst in der europäischen Aristokratie populär und las die Hände von Mark Twain, Oscar Wilde und vielen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Seine Bücher sind nach wie vor Klassiker des Genres.
Schichten der Lesung
Allgemeine Form der Hand: klassische Klassifikation in vier Typen (Erdhand: quadratisch, kurze Finger, feste Handfläche — praktisch; Lufthand: quadratisch mit langen Fingern — intellektuell; Feuerhand: rechteckig mit kurzen Fingern — energisch; Wasserhand: rechteckig mit langen Fingern — sensibel). Finger: Länge, Form, Flexibilität, Ringe. Daumen: Wille und Logik, seine Form zeigt, wie du das "Ich" steuerst.
Berge: die Erhebungen unter jedem Finger, Planeten zugeordnet (Jupiterberg unter dem Zeigefinger = Ehrgeiz, Autorität; Saturnberg unter dem Mittelfinger = Disziplin; Apolloberg unter dem Ringfinger = Kreativität; Merkurberg unter dem kleinen Finger = Kommunikation; Venusberg an der Daumenwurzel = Vitalität, Sinnlichkeit; Mondberg auf der Gegenseite = Vorstellungskraft). Linien: Leben, Kopf, Herz, Schicksal, Gesundheit, Intuition, Heirat. Jede mit Nuancen je nach Länge, Tiefe, Verzweigungen.
Dominante vs. nicht-dominante Hand
Die Tradition unterscheidet: Die nicht-dominante Hand (links bei Rechtshändern, rechts bei Linkshändern) zeigt das ererbte Potenzial — was die Seele bei der Geburt mitgebracht hat. Die dominante Hand zeigt, wie die Person aktuell ist — was sie entwickelt oder abgewandelt hat. Beide zu vergleichen offenbart, worin du deinem ursprünglichen Potenzial ähnelst und wo du dich davon entfernt hast. Dies ist einer der wertvollsten Beiträge der Handlesekunst zur Selbsterkenntnis.
También conocido como
- Chiromantie
- Chirologie
- Palmistry
- Handlesen