Mancias

Nekromantie

Die Nekromantie ist die Praxis, die Geister der Toten anzurufen oder zu befragen, um Auskünfte, Vorhersagen oder Hilfe zu erlangen. In vielen Traditionen (jüdisch, christlich, islamisch) gilt sie als finstere und verbotene Kunst, wird jedoch im modernen Spiritismus und in einigen schamanischen Traditionen als Ahnenritual gepflegt.

Ursprung und Etymologie

"Nekromantie" verbindet das griechische nekros ("Toter") mit manteia ("Wahrsagerei"). Die Praxis, die Toten zu befragen, ist sehr alt. In der Odyssee Homers (Gesang XI) steigt Odysseus in die Unterwelt hinab und spricht mit Seelen Verstorbener, um Auskünfte über seine Reise zu erhalten. In der Bibel sucht Saul die "Hexe von Endor" auf (1. Samuel 28), um mit dem Geist des Propheten Samuel zu sprechen — eine Praxis, die von der hebräischen Schrift selbst verurteilt wird.

In der jüdisch-christlichen abendländischen Tradition war die Nekromantie universell verboten: Es galt, dass sie die Toten in ihrer Ruhe stört, dass sie Türen für täuschende Wesen öffnet, die sich als Verstorbene ausgeben, und dass sie eine unrechtmäßige Manipulation von Mächten ist, die allein Gott zustehen. Die Inquisition verfolgte die Nekromantie aktiv. Doch die menschliche Neugier, mit den Toten zu sprechen, verschwand nie: Sie kehrte mit dem Spiritismus des 19. Jahrhunderts zurück.

Nekromantie, Spiritismus und Medialität

Der moderne Spiritismus (Allan Kardec, 19. Jh.) grenzt sich sorgfältig von der Nekromantie ab: Der Spiritismus "ruft" die Toten nicht an und zwingt sie zur Kommunikation, sondern hält offene Verbindung zu jenen Geistern, die sich von sich aus mitteilen wollen, in einem moralischen und respektvollen Rahmen. Die seriöse Medialität folgt dieser Logik: Sie ist keine Nekromantie, sondern freiwillige Kommunikation zwischen Ebenen.

Die Nekromantie im engeren Sinne (das Erzwingen der Erscheinung eines bestimmten Geistes durch magische Rituale) wird von allen ernsthaften esoterischen Traditionen weiterhin abgeraten. Gründe: (1) Sie kann täuschende Wesen anziehen, die sich als die gesuchte Person ausgeben; (2) sie stört die Ruhe des Verstorbenen; (3) sie hat negative karmische Rückwirkung; (4) sie ist egoistische Manipulation seitens des Ratsuchenden. Wenn du dich "mit einem geliebten Verstorbenen verbinden" möchtest, sind die Oneiromantie (Träume) und das respektvolle Gebet gesündere Kanäle als das nekromantische Ritual.

También conocido como

  • Nigromantie
  • Skiomantie (Schatten)
  • Necromancy

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