Nirwana
Das Nirwana (निर्वाण, "Erlöschen") ist der höchste Zustand der Befreiung gemäß dem Buddhismus: das Erlöschen des Leidens, des Begehrens, der Identifikation mit dem getrennten Ich und der absolute Friede jenseits aller Polaritäten. Es ist das letzte Ziel des buddhistischen Weges.
Ursprung und Bedeutung
"Nirwana" stammt aus dem Sanskrit nir-vana und bedeutet wörtlich "hinausblasen, erlöschen, auslöschen". Die ursprüngliche Metapher ist die einer Flamme, die erlischt, wenn ihr Brennstoff aufgebraucht ist. Was erlischt? Das "Feuer" des Begehrens (tanha), des Hasses (dvesha) und der Unwissenheit (moha) — die drei Gifte, die laut Buddhismus das Leiden (dukkha) verursachen.
In der buddhistischen Tradition ist das Nirwana das Ziel des Weges: jener Zustand, in dem das Leiden aufhört, weil das aufgehört hat, was es hervorbringt. Es ist nicht ein "Eingehen in den Himmel" nach dem Tod — es ist das volle Erwachen in diesem Leben zu einem befreiten Bewusstsein. Wer das Nirwana zu Lebzeiten erreicht hat, ist ein Arhat (im Theravada-Buddhismus) oder ein Buddha ("Erwachter"). Nach dem Tod tritt dieses Wesen in das Parinirvana ein, das endgültige Nirwana.
Nirwana und andere Begriffe
Das Nirwana unterscheidet sich vom christlich-muslimischen Himmel: Es ist kein Ort, zu dem man hingeht. Es unterscheidet sich vom hinduistischen Moksha: Obwohl es ähnliche Begriffe sind (Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten), bedeutet Moksha die Vereinigung mit Brahman (dem Absoluten), während das buddhistische Nirwana nicht notwendigerweise die Existenz eines "Absoluten" behauptet (in einigen buddhistischen Schulen ist alles Leerheit).
In den verschiedenen buddhistischen Schulen gibt es Nuancen: Für den Theravada ist das Nirwana die individuelle und endgültige Befreiung. Für den Mahayana existiert zusätzlich das Ideal des Bodhisattva: ein Wesen, das das Nirwana verwirklicht hat, seinen endgültigen Eintritt jedoch aus Mitgefühl gegenüber den anderen Wesen aufschiebt und gelobt, nicht zu ruhen, bis alle Wesen befreit sind. Für den Vajrayana verwirklicht sich das Nirwana im eigenen erwachten Geist, in diesem Leben, durch tantrische Praktiken.
Weg zum Nirwana
Das Nirwana wird verwirklicht, indem man dem Edlen Achtfachen Pfad des Buddhismus folgt: rechte Anschauung, rechte Absicht, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebenserwerb, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit und rechte Sammlung. Die tiefe Meditation steht im Mittelpunkt — nicht als mechanische Technik, sondern als ganzheitliche Kultivierung von Weisheit, Ethik und Achtsamkeit. Das Nirwana ist keine Belohnung: Es ist das Erkennen dessen, was immer schon war, sobald die Illusion des getrennten Ichs erlischt.
También conocido como
- Nibbana (Pali)
- Moksha (Hinduismus, ähnlich)
- Befreiung
- Buddhistische Erleuchtung