Meditation
Die Meditation ist die kontemplativ-spirituelle Praxis — in allen Traditionen der Welt anwesend —, die darin besteht, den Geist durch anhaltende Aufmerksamkeit auf einen Brennpunkt (den Atem, ein Mantra, ein Bild, die Empfindungen des Körpers, die Stille selbst) zu schulen. Ihre Ziele reichen von innerer Gelassenheit bis zum geistigen Erwachen.
Universaler Ursprung
Die Meditation erscheint in allen grossen geistigen Traditionen: hinduistisch (schon in den Veden, 1500 v. Chr.), buddhistisch (der Buddha selbst meditierte 6 Jahre vor seinem Erwachen), taoistisch (Sitzmeditation, Qi Gong), christlich (frühe Wüstenväter, kontemplatives Mönchtum, Hesychasmus), sufistisch-islamisch (Dhikr), jüdisch (Hitbodedut). Das Zusammenkommen so vieler Kulturen bei ähnlichen Praktiken ist bedeutsam: Die Menschen haben universell festgestellt, dass anhaltende kontemplative Aufmerksamkeit das Bewusstsein wandelt.
In den jüngsten Jahrzehnten hat die Meditation die Grenze des Religiösen überschritten und ist in das therapeutische und wissenschaftliche Feld eingetreten. Programme wie das Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) von Jon Kabat-Zinn (1979) entmystifizierten die buddhistische Meditation und säkularisierten sie für den medizinischen Gebrauch. Wissenschaftliche Studien haben Wirkungen auf die Senkung von Cortisol, Blutdruck, Angst und Depression dokumentiert; auf die Aktivität des präfrontalen Kortex; auf das Volumen der Amygdala. Heute liegt medizinisch achtbare Evidenz zu ihrem Nutzen vor.
Hauptschulen
Achtsamkeit / Vipassana (buddhistischen Ursprungs): Empfindungen, Gedanken und Gefühle beim Aufsteigen beobachten, ohne zu reagieren. Pflege gleichmütiger Aufmerksamkeit. Samatha-Shamatha (buddhistisch): sich auf einen einzigen Gegenstand (Atem, Bild, Mantra) sammeln und mentale Ruhe pflegen. Zen (japanischer Buddhismus): Sitzmeditation (Zazen), oft ohne bestimmten Gegenstand — offen sein für die unmittelbare Erfahrung. Schliesst die Meditation mit Koans (paradoxalen Fragen) ein.
Transzendentale Meditation (hinduistischen Ursprungs, Maharishi Mahesh Yogi): stille Wiederholung eines persönlichen Mantras. Liebende-Güte-Meditation / Metta (buddhistisch): Mitgefühl gegenüber allen Wesen pflegen. Christliche Kontemplation: stille Anwesenheit vor dem Göttlichen, Wiederholung des Jesusgebets. Visualisation (esoterisch, tantrisch, jungsch): Arbeit mit aktiven inneren Bildern. Gehmeditation, Teemeditation usw. Jede Schule hat ihre Methode, doch alle stimmen im Grundziel überein: die volle Aufmerksamkeit in den gegenwärtigen Augenblick zu bringen.
Wie beginnen
Für Anfänger ist die Empfehlung einfach: 1) Setze dich bequem mit aufrechtem Rücken (Stuhl oder Boden), Augen geschlossen oder leicht geöffnet. 2) Lenke die Aufmerksamkeit auf den Atem: Spüre, wie die Luft ein- und ausströmt. 3) Wenn der Geist abschweift (und er wird abschweifen, wieder und wieder — das ist normal), kehre sanft und ohne dich zu verurteilen zum Atem zurück. 4) Beginne mit 5-10 Minuten täglich und steigere langsam auf 20-30. 5) Sei regelmässig: 10 Minuten pro Tag wirken stärker als 1 Stunde pro Woche. Die Wirkungen werden nach 2-4 Wochen beständiger Praxis spürbar.
También conocido como
- Geistige Kontemplation
- Achtsamkeit
- Achtsame Aufmerksamkeit
- Dhyana (Sanskrit)