Esoterismo

Zoroastrismus

Der Zoroastrismus ist die alte persische Religion, gegründet vom Propheten Zarathustra (Zoroaster, ca. 1500–1000 v. Chr.). Eine der ersten monotheistischen Religionen der Welt, mit einer dualistischen Lehre vom Kampf zwischen dem Guten (Ahura Mazda) und dem Bösen (Angra Mainyu). Sie beeinflusste das späte Judentum, das Christentum, den Islam und die westliche Esoterik tiefgreifend.

Ursprung und Geschichte

Zarathustra (auf Griechisch Zoroaster) erhielt der Überlieferung nach eine Offenbarung von Ahura Mazda ("der weise Herr"), dem höchsten Gott des Lichts, der Gerechtigkeit und der Wahrheit. Er predigte gegen die alten polytheistischen iranischen Kulte und schlug eine neue kosmologische Vision vor: Das Universum ist Schlachtfeld zwischen Ahura Mazda (Licht, Wahrheit, Leben, Ordnung) und Angra Mainyu (Dunkelheit, Lüge, Tod, Chaos). Jeder Mensch muss mit seinen Gedanken, Worten und Taten bewusst die Seite wählen.

Der Zoroastrismus war jahrhundertelang offizielle Religion des Persischen Reiches. Seine heiligen Texte sind das Avesta. Nach der arabisch-muslimischen Eroberung Persiens (7. Jh. n. Chr.) verschwand der Zoroastrismus fast: Viele Perser konvertierten zum Islam, andere wanderten nach Indien aus, wo sie als Parsen (das persische Wort bedeutet "Perser") überleben, mit Gemeinschaften bis heute in Bombay und anderen Städten. Heute gibt es weltweit etwa 100.000–200.000 Zoroastrier.

Einfluss und Konzepte

Der Zoroastrismus hatte einen enormen Einfluss auf andere Religionen, auch wenn er heute eine Minderheit ist. Zoroastrische Konzepte, die in andere Traditionen übergingen: kosmischer Dualismus zwischen Kräften des Guten und des Bösen (beeinflusste das späte Judentum, das Christentum, den Gnostizismus, den Manichäismus), individuelles Gericht nach dem Tod, Auferstehung der Toten, Ende der Welt mit dem endgültigen Sieg des Guten, Gestalt des Erlöser-Messias (der Saoshyant). Vieles im apokalyptischen Christentum hat zoroastrische Wurzeln.

Seine zentralen Praktiken: Verehrung des heiligen Feuers (die zoroastrischen Tempel halten ewige Feuer, die nicht erlöschen; deshalb wurden die Perser "Feueranbeter" genannt – obwohl das Feuer für sie ein Symbol der göttlichen Ordnung ist, kein Gegenstand der Anbetung an sich), fünfmal tägliches Gebet in Richtung des Lichts, ethischer Kodex, zusammengefasst in "gute Gedanken, gute Worte, gute Taten". Der Zoroastrismus ist eine der spirituellen Wurzeln der westlichen Esoterik.

También conocido como

  • Mazdaismus
  • Religion Zarathustras
  • Alte persische Religion

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