Mandala
Ein Mandala (Sanskrit: "Kreis") ist ein universal anwesendes geistiges Symbol in Form einer kreisförmigen, symmetrischen Zeichnung, organisiert um einen Mittelpunkt. Es wird in der hinduistischen, buddhistischen und vielen weiteren Traditionen als Landkarte des Kosmos und der integrierten Seele, als kontemplatives Meditationswerkzeug und als visuelle Stütze des Rituals verwendet.
Ursprung und Geschichte
Das Wort "Mandala" stammt aus dem Sanskrit maṇḍala und bedeutet "Kreis, heiliger Bezirk". Mandalas erscheinen in der hinduistischen Tradition als visuelle Darstellungen des Kosmos und als Wohnstätten von Gottheiten (Yantras). Im tibetischen und tantrischen Buddhismus erreichen sie ihre höchste Ausarbeitung als rituelle Mandalas (von Mönchen für Zeremonien aus farbigem Sand gestaltet und anschliessend rituell zerstört, um an die Vergänglichkeit zu erinnern) und als Meditationsmandalas (Figuren von Buddhas und Bodhisattvas in geometrischen Architekturen).
Doch das Mandala ist nicht den östlichen Kulturen vorbehalten: fast alle menschlichen geistigen Traditionen haben Versionen davon hervorgebracht. Die christlichen Rosetten der Kathedralen, die andinen und aztekischen kreisförmigen Labyrinthe, die heiligen Kreise der amerikanischen Ureinwohner, die Muster der australischen Aborigines, das keltische Yin-Yang. Carl Jung schloss, nachdem er seine eigenen spontanen Mandalas geträumt und gezeichnet hatte, dass das Mandala ein universaler archetypischer Symbolausdruck der Ganzheit des Selbst ist, den die Psyche spontan hervorbringt, wenn sie sich integriert.
Aufbau und Symbolik
Ein Mandala verbindet typischerweise: ein Zentrum (das Göttliche, das integrierte Selbst, den ruhenden Punkt); konzentrische Kreise rund herum (verschiedene Wirklichkeitsebenen, Bewusstseinsschichten); Himmelsrichtungen (die vier Elemente, die vier Himmelsrichtungen, die vier Phasen des Zyklus); sich wiederholende geometrische Muster (die heilige Ordnung erzeugend). Das Ganze ist eine visuelle Landkarte des Kosmos im Kleinen: Jeder Teil des Mandalas hat einen Bezug zu einem Teil des Universums und der menschlichen Erfahrung.
Der Akt, ein Mandala zu fertigen (es zu zeichnen, zu bemalen, zu bauen), ist selbst eine kontemplative Praxis: Er verlangt Konzentration, geometrische Genauigkeit, Aufmerksamkeit für das Detail. Er erzeugt einen Zustand meditativer Versenkung. Der Akt, ein Mandala zu betrachten, mit entspanntem Blick, führt zu Alpha-Bewusstseinszuständen, beruhigt den Geist und harmonisiert das Innere. Viele für Therapie oder Meditation gestaltete Mandalas sind passend kalibriert, um diese Wirkungen hervorzurufen.
Mit Mandalas arbeiten
Verschiedene Anwendungen: kontemplative Meditation (setze dich vor ein bestehendes Mandala — tibetisch, hinduistisch, christlich — und betrachte es entspannt 10-20 Minuten lang), Mandalas ausmalen (die berühmten "Anti-Stress-Mandalas" der heutigen Therapie: leere Mandalas, mit Farben gefüllt; sie schaffen Ruhe, Aufmerksamkeit, Integration), dein eigenes zeichnen (die jungsche Therapie pflegte sie zu nutzen — was spontan aus dir hervorgeht, sagt etwas über deinen inneren Zustand), Sandmandala (fortgeschrittene rituelle Praxis). Alle Formen arbeiten mit der zentrierenden Wirkung des Mandalas auf die Psyche.
También conocido como
- Heiliger Kreis
- Yantra (hinduistisch)
- Heiliges Mandala