Esoterismo

Mantra

Ein Mantra (Sanskrit: "Werkzeug des Geistes") ist ein heiliger Klang, eine Silbe, ein Wort oder ein Satz, der rhythmisch wiederholt wird, um den Geist zu sammeln, das Bewusstsein zu erheben und sich mit geistigen Energien zu verbinden. Zentral in der hinduistischen, buddhistischen, sikhischen und jainistischen Tradition; in entsprechender Form auch in der christlichen (Jesusgebet) und sufistischen Tradition vorhanden.

Ursprung und Traditionen

Das Wort Mantra leitet sich von den Sanskrit-Wurzeln man ("denken") und tra ("Werkzeug") ab: wörtlich "Werkzeug des Denkens / Werkzeug, das den Geist befreit". Mantras tauchen schon in den Veden (1500-500 v. Chr.) auf, den ältesten heiligen Texten der hinduistischen Tradition. Das OM (oder AUM) gilt als das ursprüngliche Mantra: der Klang, der das gesamte Universum enthält; es zu rezitieren bedeutet, sich mit der kosmischen Schwingung des Anfangs zu verbinden.

Verschiedene Traditionen haben Mantras hervorgebracht: im Hinduismus Mantras bestimmter Gottheiten (Om Namah Shivaya, Om Mani Padme Hum — letzteres ist allerdings buddhistisch), das Gayatri-Mantra; im tibetischen Buddhismus Mantras von Buddhas und Bodhisattvas (besonders Om Mani Padme Hum des Avalokiteshvara/Chenrezig, des Bodhisattva des Mitgefühls); im Theravada-Buddhismus die wiederholte Rezitation von Buddho; im Sikhismus das Naam Simran mit dem Mantra Waheguru; in der christlichen Tradition das Jesusgebet ("Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner"); im sufistischen Islam der Dhikr mit den göttlichen Namen Allahs.

Wie sie wirken

Mantras wirken auf mehreren Ebenen zugleich: 1) Schwingungsmässig: Jeder mantrische Klang hat eine spezifische subtile Schwingung, die in bestimmten Körper- und Energiebereichen mitschwingt. 2) Psychologisch: Die rhythmische Wiederholung beschäftigt den verbalen Geist, beruhigt das ständige Geplapper und schafft Raum für inneres Schweigen. 3) Devotional: Jedes Mantra ruft eine Gottheit oder eine geistige Qualität (Mitgefühl, Weisheit, Schutz) hervor; es zu rezitieren pflegt diese Qualität. 4) Energetisch: Lange Mantras verwandeln die Energie des Praktizierenden — viele bezeugen Veränderungen ihres inneren Zustands nach Wochen oder Monaten beständiger Praxis.

Praxisformen: verbale Rezitation (hörbare Stimme, allein oder in der Gruppe), stille Rezitation (geistig, in der persönlichen Meditation), Rezitation mit der Atmung (jede Wiederholung einer Ein-/Ausatmung folgend), Rezitation mit der Mala (Kette aus 108 Perlen — gezählt, um die Aufmerksamkeit zu halten, traditionell in Indien und Tibet). Die meisten Mantras werden in festen täglichen Sitzungen empfohlen: 11 Minuten, 21 Minuten, 108 Wiederholungen usw.

Dein Mantra wählen

Um mit Mantras zu beginnen: 1) Wähle ein Mantra, das in dir mitschwingt (devotional, einfach, geistig); das universelle Om ist eine vorzügliche erste Wahl. 2) Rezitiere es täglich zur selben Zeit, sei es nur 5-10 Minuten. 3) Zergrübele die Bedeutung nicht — lass den Klang wirken; das Verstehen vertieft sich mit der Praxis. 4) Brich nicht in den ersten Wochen ab — die tiefen Wirkungen zeigen sich nach 30-40 Tagen regelmässiger Praxis. 5) Empfange dein Mantra wenn möglich von einem Lehrer — es gibt eine Tiefe der Praxis, die von Person zu Person übertragen wird und nicht allein aus Büchern erlernt werden kann.

También conocido como

  • Heiliges Mantra
  • Spiritueller Gesang
  • Mantrische Wiederholung
  • Heiliges Sanskrit

← Volver al glosario