Esoterismo

Druidentum

Das Druidentum ist die spirituelle Tradition der alten keltischen Völker (Gallien, Britannien, Irland, Schottland, keltiberisches Hispanien), angeführt von den Druiden: Priester-Philosophen-Richter, die religiöse, juristische, medizinische und erzieherische Aufgaben verbanden. In der Moderne ist das Neo-Druidentum eine zeitgenössische spirituelle Tradition, die sich von jenen Wurzeln inspirieren lässt.

Ursprung und antike Zeugnisse

Die Druiden waren die priesterliche Kaste der Kelten. Wir wissen verhältnismäßig wenig direkt über sie, denn sie hinterließen keine schriftlichen Texte (es galt ihnen als heilig, die Lehre mündlich zu überliefern). Der Großteil der Information stammt aus äußeren Quellen: Julius Cäsar in seinem De Bello Gallico (1. Jh. v. Chr.), Plinius der Ältere, Tacitus. Die Druiden wurden als Philosophen geachtet und für ihre Riten in heiligen Hainen gefürchtet.

Ihre Aufgaben waren vielfältig: Priester (sie zelebrierten die Riten für die keltischen Götter: Lugh, Brigid, Cernunnos, Danu), Richter (sie schlichteten Streit), Dichter-Historiker (die Barden und filid bewahrten die mündliche Erinnerung), Heiler (Kenner der Heilkräuter), Astronomen (sie berechneten den keltischen Kalender und die großen Feste). Ihre Ausbildung dauerte 20 Jahre auswendiges Lernen.

Weltbild und Feste

Die Kelten teilten das Jahr in zwei Hälften — die dunkle (von Samhain bis Beltane) und die helle (von Beltane bis Samhain) — und gliederten es durch vier große Feste: Samhain (1. November, keltisches Neujahr, Schwelle zwischen den Welten), Imbolc (1. Februar, erste Frühlingszeichen, Fest der Brigid), Beltane (1. Mai, Fruchtbarkeit, Feuer), Lughnasadh (1. August, erste Ernte). Zu diesen vier kamen die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen hinzu, was die acht Sabbate des modernen keltisch-wiccanischen Kalenders ergibt.

Das moderne Druidentum erwachte im 18. Jahrhundert in England wieder (der „Antike Druidenorden") und erlebte im 20. Jahrhundert eine neue Blüte, vor allem mit Persönlichkeiten wie Ross Nichols und Philip Carr-Gomm. Heute gibt es aktive druidische Orden im Vereinigten Königreich, in Irland und in vielen anderen Ländern. Die neo-druidische Praxis verbindet Meditation in der Natur, jahreszeitliches Ritual, das Studium keltischer Mythologie und den Kontakt zu heiligen Bäumen (Eiche, Esche, Weißdorn, Birke).

También conocido como

  • Druidentum
  • Druidry
  • Keltische priesterliche Tradition

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